Arvaikheer - Ulan Bator, MN
"Today we are very happy!", Buyankishig said.
Jazz - Ja sie war ein Traum, die Offraod Etappe von Arvaikheer nach Kharkhorun. Keine anderen Fahrzeugen, sanfte Huegel und schon fast richtig satte, gruene Wiesen. Wir verlieren an Hoehe sind noch auf knapp 1000 Meter. Die Landschaft veraendert sich, wird weicher und flacher. In Kharkhorin schauen wir uns etwas um, essen und fahren dann auf Asphalt weiter zu einem uns empfohlenen Touriscamp, wo man in Jurten schlafen kann.
Ein Fehler
Wir haben es schon auf unserer letzten Reise gemacht und wir machten es wieder: auf andere Touris hoeren- ein Fehler. Das Camp, bestehend aus einem Holzhaus und etwa 40 Jurten rundherum und Kamelen, die warteten fuer ein zwei Stunden ausgefuert zu werden, machte auf Phil und mich schon von Anfang an einen komischen Eindruck. Irgendwie sind wir nicht die Durchschnittstouristen. Ich gehe nicht in die Fremde um mit lauter Touris dort das zu suchen und zu erleben, was dem von zu Hause am naechsten kommt. Kurz, Phil und ich fuhren weiter- und das war vielleicht ein weiterer Fehler.
Mongolische Gastfreundschaft
Denn irgendwie rumpelte es ploetzlich so komisch in meinem Magen. Ich dachte, es sei der Hunger und Phil und ich hielten bei einer Haeuserzeile am Strassenrand, wo rundherum einfach nichts war. Tatsaechlich fand ich einen Shop und als ich das Wasser, die Nuessli und das Brot bezahlen wollte, wurde mir sturm und ich legte mich einfach hin- wo ich gerade war. Nach etwa 10 Minuten hatte ich das Gefuehl, jetzt gehts schon und ging mit dem Einkauf zu Phil und den Motorraedern zurueck. Ich konnte Phil gerade noch sagen, was geschehen war, als ich mich schon wieder hinlegen musste. Mir wurde einfach schwindelig- sonst nichts. Wir entschieden uns, bei naechster Gelegenheit in die Steppe zu fahren, und wild zu campen, da ich es nicht mehr in den naechsten Ort zu einem Hotel schaffen wuerde. Als wir losfuhren, wurde mir der Helm extrem eng und es wurde heiss und kalt und irgendwie fuhr ich an den Strassenrand, stellte die KTM hin und ging mit Helm und Handschuhen in die Hocke- der Darm. Ich lag noch keine zwei Minuten im Schatten meines Motorrades, da kam ein junger Mongole und bot mir seine Jurte an, um mich aus zu ruhen. Dankend nahm ich an und schleppte mich die paar Meter mit Liegepausen bis zu seiner Jurte. Dort legte ich mich hin und wartete. Ich weiss nicht auf was, ich wartete einfach. Ich war einfach nur froh um den Schatten, das Bett und dass ich unter Leuten war. Ich war extrem muede, aber schwindelig wars mir im liegen nicht. Phil hat alles gemacht. Die Motorraeder zur Jurte geholt (ein Mongole fuhr mein Motorrad, Phil sagte, mit einem riesen Smile!), hat mit den lieben Menschen dort, die immer zahlreicher herbei kamen, ausgemacht, dass wir neben ihrer Jurte zelten duerften und hat das ganze Gepaeck geschleppt und zusammen mit etwa 4-5 Mongolen unser Zelt aufgestellt. Er kam immer wieder zu mir, hielt meine Hand und sprach uns Mut zu. Ich bekam die Aufmerksamkeit der Frauen und des Vaters, welcher immer wieder nach mir schaute. Irgendwann wurde es mir total schlecht. Durchfall und Schwindel, das kenne ich ja, das machte mich nicht nervoes. Da weiss ich, dass ich einfach liegen muss, bis es vorbei ist. In der Regel 2-4 Stunden. Aber Uebelkeit? Wie funktioniert Erbrechen? Es hat funktioniert- und es war eine Wohltat, auch wenn mir die ganze Familie dabei zusah. Danach gings besser. Ich war noch schwach- aber kein Schwindel mehr und mir war nicht mehr schlecht. Der lieben Familie, das heisst ihrem erwachsenen Sohn, dem haben wir unsere neuen und ungebrauchten Pneus geschenkt. Er nahm dankend an und freute sich sehr. Die Familie betreibt eine Pneuwechsel Werkstadt mit 24h Betrieb und wir sind sicher, sie koennen mit diesen Pneus etwas gutes anfangen. Der Sohn bewirtete uns mit Kaffee und fragte immer wieder nach, wie es geht. Nach einer guten Nacht (die Familie liess mich erst in mein Zelt, als die Sonne unterging und es im Zelt nicht mehr heisser war als in ihrer Jurte) ging die Fahrt am naechsten Tag weiter. Ich brauchte viele Pausen, aber es ging.
Doch kein Fehler?
Tatsache ist, dass auf der ganzen Strecke bis Ulan Bator, kein groessers Dorf mehr kam mit Hotel oder so. Als mir dies bewusst wurde, war ich der Familie, die uns so diskussionslos und hilfsbereit aufnahm noch viel dankbarer. Herzlich hatte ich mich am Morgen vor der Abfahrt bedankt und von ihnen verabschiedet und bei Ankunft in Ulan Bator schickte ich ihnen nochmals einen lieben Gruss.
Ulan Bator
Ja, ich gebe es zu, die letzte Etappe, die 260km nach Ulan Bator, die waren kein Zuckerschlecken und von geniessen war nicht die Rede. Auf allen Karten ist die gesamte Strecke als asphaltiert gekennzeichnet. Das ist sie nicht. Ueber 100km fuhren wir Baustelle- das heisst tiefer Sand, Schlagloecher und endlose Spurenwechslerei. Wir rechneten mit 3h Fahrt, es wurden fast 5h. Erstaunlich war, dass je laenger der Tag wurde, je besser ging es mir wieder. Irgend etwas musste da einfch aus meinem Koerper raus. Mit jeder Malzeit fuehlte ich mich staerker- es ging erstaunlich schnell aufwaerts.
In Ulan fand Phil den Weg ins Zentrum, als waere er schon 10 Mal hier gewesen und auch das Hotel, ein total gutes, nettes, schoenes, sauberes Hotel fanden wir auf Anhieb.
Phil und ich sind total gluecklich, in Ulan Bator zu sein! Wir haben es geschafft- Offroad durch die Mongolei! Um viele wunderbare Erlebnisse reicher. Die Reise ist bis zum heutigen Tag ein Erfolg und ich moechte (fast) nichts missen!
Ulan Bator ist gross, es gibt viele Menschen hier, es hat viele Autos und die Stadt hat einen starken Puls. Die Sonne brennt nach wie vor Tag fuer Tag mit gut 30 Grad vom Himmel, die Luft ist sandig und der Schatten ist rar. Wir erkunden die Stadt auf unsere gewohnte weise: wir haben zu tun. Die Motorraeder muessen verfrachtet werden, wir brauchen Flugtickets, wir wollen gut und viel Essen (was nach wie vor schwierig ist) und ich will shoppen.
Wir haben auch in dieser Stadt unseren Engel gefunden: Buyankishig. Er arbeitet bei Tuushin, der Frachtgesellschaft, die wir benutzen werden. Er half uns ueber den gewohnten Service der Firma hinaus beim Organisieren des Transports der KTM, zeigt uns die Stadt, geht mit uns an den Markt und und und.
Und als die Mongolen im Judo an der Olympiade ihre erste Goldmedallie ever holten, jubelten wir mit den Menschen hier mit und koennen Buyankishig ansehen, dass er heute gluecklich ist.
11.08.2008 Im Morgenlicht |
11.08.2008 Yep, ich war da! |
11.08.2008 Erstes Waldstueck seit 3 Wochen |
11.08.2008 Off the beaten track |
11.08.2008 Endurotraum |
11.08.2008 Phil im Schilf |
11.08.2008 no comment |
11.08.2008 Jazz liegt flach |
12.08.2008 Zelte zweier Kulturen |
13.08.2008 Transportbereit |
14.08.2008 Echte BREZEL! |
15.08.2008 Hauptplatz UB |
| Reise in Buchform: | Verlag Kastanienhof: |
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