Augustow (PL) - Zilupe (LV)
Mit Regenhose und Sonnenbrille durch Litauen und Lettland. Den vorlaeufig noerdlichsten Punkt der Reise haben wir erreicht.
Reisebericht vom 5.7.08 - 8.7.08
Jazz - Die letzten Kilometer in Polen fuhren wir wie gewohnt auf Nebenstrassen durch wunderschoene Wald-Seen-Gebiete. Meine Gedanken waren schon in Litauen. Wie sind die Strassen da? Die Menschen? Was kann ich da alles kaufen? Wie sind die Hotels? Wie teuer das Benzin? Ich hatte keine Ahnung (war ja nicht geplant, gegen Norden zu fahren) ausser dass LT zur EU gehoert.
EU Grenze im Wald
Die Nebenstrasse wurde enger, dann ging der Asphalt verloren, dafuer wurde der Wald immer dichter. Zwei bis drei Mal fanden wir uns auf sandiger Strasse in Sackgassen an Seeufern wieder, bevor wir ploetzlich vor einer offenen Schranke mitten im Wald standen. Ein Grenzstein wies uns den Weg nach Litauen. Nach einigen Kilometern kam der Asphalt zurueck- und wie! Mit SUV's, Mercedes und BMW's inklusive. Die erste Tankstelle topmodern und schon im ersten Dorf gab es alles zu kaufen, wie bei uns. Wir fuhren in die Hauptstadt Vilnius. In der Naehe der Altstadt fanden wir ein Hotel, gingen einkaufen und am Abend bei Nachtsonne und angehemer Teperatur die Altstadt besichtigen.
Die Schere von Lettland
Am naechsten Tag eine weitere Wald-Seen-Etappe nach Daugavpils, Lettland. Wir fanden ein suuuper Hotel (Dachzimmer, Sat-TV, Van, Kuehlschrank, gross, sauber und alles funktionstuechtig) im Zentrum der Stadt. Lettland erschien mir aermer als Litauen und es kam mir vor, als wuerde sich dieses Land eher nach Osten, Russland, orientieren und nicht wie Litauen nach Westen. Daugavpils wirkte bis auf zwei, drei Strassen im Zentrum eher versifft (alte Wohnblocks, schlechte Strassen, kaum Menschen, alte Autos, Kinder mit Schubkarren am Eisen sammeln..). Umso erstaunter gucken wir, als wir durch eine unscheinbar wirkende Tuer in einen Riesenbunkerbau gingen und uns in einem topmodernen Einkaufscenter der Superlative wieder fanden. Hier bekam man einfach alles- sogar Glutenfreie Schoggiguetzli! Wir blieben Zwei Tage.
Mit zahlreichen Spatziergaengen, Internetbesuchen und Pick-nicks im Park gestalteten wir uns einen relaxten Aufenthalt im windigen, mal sonnigen und mal regnerischen angenehm lauen (21 Grad) Daugavpils.
Ans Ende der Welt?
Ja, das Ende der Welt hat einen Namen: es heisst Zilupe und liegt im Suedosten von Lettland im Grenzdreieck zu Russland und Weissrussland. Auch auf dieser Etappe wechseln sich Sonne und Wolken staendig ab- verregnet wurden wir aber nie! Schon 40km von der russischen Grenze entfernt hat es nichts mehr- keine Haeuser, Kuehe oder Menschen. Nur noch Lastwagen. Diese stehen in Bloecken am Strassenrand im Stau. Etwas angeregnet finden wir in Zilupe einen Schlafplatz in einem Studentenwohnheim.
Russland wartet
Ich freue mich auf Russland, bin gespannt auf den Grenzuebertritt und bin froh, dass wir nun alle Dokumente beisammen haben (Die Motoradversicherung konnten wir in Daugavpils machen lassen).
Ich fuehle mich viel sicherer als noch vor 10 Tagen und wieder stark. Ich bin total angekommen im Unterwegssein. Ich finde es einfach toll, am Morgen das Motorrad zu satteln und los zu fahren- nicht zu wissen was kommt, aber sicher zu sein, das Richtige zu tun.
Tschuess Europa, dobri dien Russia
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| Reise in Buchform: | Verlag Kastanienhof: |
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