Ulan Bator
Der letzte Reisebericht vom 18.8.08.
Jazz - Vor fast genau 2 Monaten sind wir von zu Hause los. Nach den ersten drei Tagen sah es so aus, als wuerden wir umkehren. Wir aenderten dann aber nur die Route, bzw. unser Ziel. Der Weg soll es sein- und so ist es auch geworden. Phil und ich haben entschieden, die Reise in der Fremde, hier in Ulan Bator zu beenden, das Ziel ist erreicht.
Ein Geschenk
Reisen zu koennen ist ein Geschenk und Genschenke will ich geniessen. Diese Reise, meine zweite grosse Motorradreise, hat mir etwas zurueck gegeben, das mir die erste in ihren letzten Tagen genommen hat. Koerperlich geschwaecht und seelisch total ueberfuttert kam ich damals nach Hause. Noch vor der ersten Reise stellte ich mir vor, wie gut ich mich dann fuehlen muss, wenn ich wieder zu Hause bin und das alles geschafft habe. So viele Laender, so viele Kilometer und so lange von zu Hause weg! Es kam ganz anders. In der Schweiz wieder Fuss zu fassen gestaltete sich viel schwieriger, als gedacht (ich habe ehrlich gesagt ueberhaupt nicht daran gedacht).
Was mir bis zum Aufbruch zu dieser, der zweiten Motorradreise fehlte, war Vertrauen und Ruhe. Vertrauen in mich und meine Kraft- mir fehlte die Ruhe, sie zu finden.
Nicht die letzte
Es ist nicht moeglich, die beiden Reisen miteinader zu vergleichen, logisch. Und ich moechte von der ersten Reise keinen Tag, keinen Kilometer und kein Erlebnis missen, auch die Heimkehr nicht. Ich bin mir heute bewusst, was alle meinen, wenn sie sagen:"So etwas muss man machen, wenn man jung ist!" Nie wieder werde ich so herrlich naiv, so sorglos und euphorisch reisen wie auf der ersten Motorradreise. Erfahrungen machen alt- aelter. Und ich habe viel Erfahrung im Reisen (oft wurden wir auf dieser Reise gefragt, ob wir professionell unterwegs seien, ob wir professionelle Fahrer seien), das wurde mir auf dieser Reise bewusst. Gesundheit, Sicherheit und Wohlfuehlen standen viel mehr im Vordergrund als letztes Mal. Ich hatte viel haeufiger das Beduerfnis nach Kontakt mit Menschen (Einheimische oder Touris, ich sprach mit allen) und ich hatte auch viel mehr Lust, moeglichst viele Erinnerungen nach Hause zu nehmen. So habe ich in meinem Heft einige gepresste Pflanzen aus der mongolischen Steppe, in einem Beutel Samen von einer schmackhaften Frucht, deren Namen ich noch nicht weiss und die Reisetasche ist voll von Geschenken und Souvenirs fuer Freunde und mich.
War das die letzte Motorradreise? Nein, sicher nicht. Doch haben Phil und ich einige wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln koennen im Bezug darauf, wie unsere naechsten Motorradreisen aussehen werden und in welchen geografischen, klimatischen Regionen sie wohl stattfinden koennten. Eins ist klar, einer von uns faehrt dann einen Seitenwagen- Lupo gebe ich nicht nochmals so lange weg!
Wie weiter?
Wir fliegen am Dienstag, 19.8.08 via Berlin nach Wien und wollen von dort durch Oesterreich nach Hause fahren. Das Wetter wird eine entscheidende Rolle spielen, wie lange diese Fahrt dauern wird. Zeit haben wir noch fast zwei Monate....
Allerdings werden wir von diesem Teil der Reise nicht mehr auf dieser HP berichten. Fuer uns ist ein Kapitel Reisegeschichte beendendet, wenn wir hier ins Flugi steigen. Ein schoenes Kapitel.
Habt Euch lieb
Dieser Satz hat vielen Lesern meiner Mails einen Komentar entlockt. Zwischenzeitlich traute ich micht gar nicht mehr, ihn jeweils am Ende der Mail zu schreiben. Doch heute, heute hat er bis in meinen Bericht geschaft.
17.08.2008 Zeremonie im Kloster |
17.08.2008 after shopping |
17.08.2008 Wir waren live dabei! |
18.08.2008 vor dem Hotel in UB |
18.08.2008 letzter Abend in UB |
18.08.2008 Und Tschüss!! |
| Reise in Buchform: | Verlag Kastanienhof: |
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