Es gibt drei Gruende, weshalb ich die Reise nicht nach der ersten Woche abgebrochen habe:
1) die Angst vor einem 3-monatigen Loch zu Hause ohne Plan und Aufgabe
2) mein Cocktail aus Trotz und Ehrgeiz
3) die Befuerchtung, noch Jahre spaeter den Abbruch als Niederlage zu bewerten
Dabei hatten wir schon gedreht. Wir hatten - schon zwei mal (!) - beschlossen umzukehren. Diese Homepage wuerde einfach abgeschaltet. Schwupp und weg. Als ob man in Zeiten vor dem Handy aus dem Haus ging.
Einsicht als erster Schritt
Es war mir durchaus bewusst, dass ich fuenf Jahre nach dem Start zur ersten grossen Reise vieles von damals idealisierte. Das schuetzte mich nicht davor, doch mit zu romantischen Vorstellungen wieder aufzubrechen. Gleich in den ersten Tagen wurde ich kraeftig auf den Boden der Realitaet geholt. Hitzewelle, Zeltplaetze, fremde Kulturen, KTM, Bedenken um die eigene Verfassung zwangen mich zu unromantischen Eingestaendnissen. Obwohl die Erfahrung manches einfacher macht, ist es genau dieselbe, die es einem auch schwerer macht, da ich genau weiss, auf was ich ueberhaupt keine Lust habe und was alles negatives kommt und kommen koennte. Die kindliche Neugier und der absolute Willen, einmal im Leben etwas grosses zu erreichen sind gemindert, wurden mit der ersten Reise befriedigt.
Radikale Wende
Es kam die Einsicht, dass es rein kraeftemaessig nicht mehr so laeuft wie frueher. Es folgt die radikale Wende, weg vom urspruenglichen Plan, diesem fixen Ziel einen Ort erreichen zu wollen, hin zum Weg. Geniessen, was man auf und neben diesem erlebt. Freude am Fremden (sie lebt!), ohne den Zwang etwas erreichen zu muessen. Und hey, Italien wurde auch nicht Europameister!
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Written on the 26th day of trip II - Austria-Russia-Mongolia
2'127 Km on the road