Zusammenfassend: ich mag die Slowakei! Sie hat es in kurzer Zeit in mein Herz geschafft, gerade weil sie so nah und doch etwas anders ist, als wir das im Alpenland so kennen.
Land und Leute
Die Slowaken saufen wie Kamele an einer Oase. Ein ungeheurer Durst ueberfaellt die Maenner schon um 9 Uhr morgens. Immerhin ist es um diese Jahreszeit am oestlichen Rand der Zeitzone UTC+1 dann schon seit 5 Stunden hell. Frauen sind zurueckhaltender. Doch auch sie bestellen sich des oefteren eine Stange, die kleine enthaelt einen halben, die grosse einen ganzen Liter ihrer lokalen Biere in den Staerken 10, 12 oder gar 15 Volumenprozent. So wachsen den Maennern unheimliche Baeuche, dass man gewagt ist zu vermuten, dass sie es sind, welche die zahlreichen Kinder austragen. Trotzdem oder gerade dank einem hohen Alkoholkonsum erlebte ich die Leute als sehr gelassen, freundlich und vor allem auch verspielt. Ein Platz fuer Volleyball, Federball oder Ping-Pong darf auf keinen fall fehlen, sie werden rege benuetzt.
Das Land befindet sich im Aufbruch, der ist spuer- und sichtbar und widerspiegelt sich zum Beispiel an den Plakatwaenden, die fuer Bodenplatten oder Betonmischer werben. Hier ist noch vieles self-made. Am Wochenende wird an den Haeusern gewerkelt und die Gaerten rund um das Haus gepflegt. Selbst die Strassenraender sind blitzeblank und etwa gar nicht von Scherben uebersaeht.
Strasse und Verkehr
Die Fahrweise (oft fahren die Frauen, wer weiss warum?) hat sich vermutlich noch nicht den staerkeren Leistungsvermoegen der Importautos angepasst. Die Ladas zumeist in den Haenden des Nachwuchses, druecken die Alten ihre Karren in Rennfahrermanier. Sie fahren wie die Henker auf den bald zu wenigen und engen, doch guten Strassen.
Alltag als Reisender
Perfekte Abdeckung an Lebensmitteln, Tankstellen, Hotels und schoenste Zeltplaetze. Je naeher an der ukrainischen Grenze, umso weniger Werbung, gesuendere Form der Hunde und die Kinder winken vermehrt, wenn sie unsere Fuhren sehen. Das slovakische TV-Programm passt sich dem deutschsprachigen an, welches ja auch zunehmend und fast schon ausschliesslich von und fuer Idioten gemacht wird. Es ueberrascht deshalb nicht, dass eine Morgenshow eindeutig spannender und besser ist, wenn man die Sprache nicht versteht:-)
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Written on the 21st day of trip II - Austria-Russia-Mongolia
1'091 Km on the road