Verabschieden von meinem Umfeld mag ich mich gar nicht so gross. Denn je älter ich werde, umso schneller vergehen die Jahre. Beim Motorradfahren ist es ja gerade umgekehrt, da werde ich immer langsamer. Beides ist vermutlich ok so. Aber gross emotional werden mag ich nicht, denn für mich steht fest: Ich gehe ein wenig weg und dann komme ich ja schon wieder zurück. Und wie sagte der 4-jährige Sky, der Junge auf dem Bild mit der Torte, zu seinem gleichaltrigen Kumpel, als er ins Nachbarsquartier umzog? "Sei nicht traurig, ich bleibe ja in der Schweiz". In diesem Sinne, auch Jazz und ich schlingern nur mit dem selben Planeten wie alle anderen einmal um die Sonne.
Allerdings muss ich auch eingestehen, dass ich geistig noch sehr stark im Hier und Jetzt eingebunden bin und fast nicht dazu komme, mir Gedanken über die Reise zu machen. Es läuft beruflich so viel schief, da habe ich echt keine Zeit, nervös zu werden, was morgen kommt. Der Terminplan wurde nochmals etwas enger, als wir mit grossartiger Unterstützung von Emil-Weber Motos und KTM Schweiz das Motorrad Modell gewechselt haben. Nochmals eine Kategorie kleiner und leichter sind die neuen
KTM 530EXC. Nun packen wir noch möglichst viele Kilometer auf die Maschine zum kennenlernen und einfahren. Der erste Eindruck ist überragend! Genau so, wie ich es erwartet habe. Oder eben nicht. Es ist der totale Gefühlsrausch. Nenne ich es besser, so wie ich es mir erträumt habe. Das Gerät ist wendig wie ein Fahrrad und man hat in jedem Moment ein sehr feines Feedback über den Untergrund. So lässt es sich einfach und mit viel Spass fahren.
Vielleicht rasen die Jahre auch schneller, weil ich nicht mehr so viel Ballast mitschleppe? Das Gepäck wird von Reise zu Reise weniger. Die Erfahrung macht gelassener. Ich hoffe, mir hinterher nicht Fahrlässigkeit vorwerfen zu müssen. Heute, eher nein. Es klappt schon und sonst, wird es eine Geschichte.
Es wäre gelogen, es gebe keine stillen, nachdenklichen Momente. Obwohl ich weder an Vorbestimmung oder höhere Mächte glaube (ich streite sie auch nicht ab), überkommt mich schon ein mulmiges Gefühl auf dem Nachhauseweg von der Bank, wo ich mein Testament hinterlegt habe. Dann denke ich mir: "Nun ist es wieder soweit."