Um nicht ins Tucktuck vor mir rein zu donnern, da dieses ploetzlich und natuerlich ohne Blinker, einen Schwenker nach rechts machte, griff ich sehr optimistisch in die Vorderbremse und dann ging alles sehr schnell: meine RE rutschte weg und ich fiel volle Kanne auf meine rechte Seite und schlug heftig auf. Ich glaube, ich war mit Rutschen noch gar nicht fertig, da standen schon 2 Inder bei mir, halfen mir auf die Beine und aus dem Augenwinkel sah ich, dass sich auch sofort 2 andere um die RE kuemmerten. Meine groesste Angst war es, zu allem Uebel noch ueberfahren zu werden. Und so brauchte Mann mir gar nicht so sehr auf die Beine zu helfen, Schmerzen hin oder her! Einfach schnell runter von der Strasse. Vorne fuhr Philipp um die naechste Kurve und kam wenige Minuten spaeter erschrocken zu mir zurueck. Mit ernstem Blick auf meine loecherige Hose am rechten Knie und auf die Risse in meiner Jacke den ganzen rechten Arm hoch schauten mich meine Helfer an und fragten, ob ich verletzt sei. Ich weiss nicht, wer erleichterter war, ich oder die Inder, als ich dann mit der Faust auf meine Gelenkprotektoren unter der Kleidung klopfte und entschieden den Kopf schuettelte. Nein, nicht verletzt. Auch all die Sternchen am Himmel waren schnell wieder verschwunden. Doch ich bin wirklich sehr erschrocken, zitterte am ganzen Koerper und nahm die Einladung des Hotels am Strassenrand gerne an, mich bei ihnen bei einem Kaffee etwas aus zu ruhen. Mein rechter Arm und die vor allem die Schulter begann immer mehr zu schmerzen. Doch was wollte ich machen, ich musste ja die 3 Kilometer ins Hotel noch fahren- also los. Der RE hat es zum Glueck auch nicht viel mehr gemacht als mir: ein paar Kratzer an Bremshebel und rechter Lenkstange, Rueckspiegel zerbrochen, rechte Fussraste verbogen und die ganze Aufprallvorrichtung war heftig verschoben. Aber alles konnte vor Ort mit wenigen Handgriffen fahrtauglich zurecht gedrueckt werden und sie sprang sofort an!
Zugegeben, an diesem Tag machte ich ausser Schlafen und Essen nicht mehr viel. Ich organisierte uns noch einen Heizofen ins Zimmer, da sich die Sonne kaum mehr zeigte und es arg kuehl wurde. Inzwischen schmerzt mich die Schulter nur noch bei ganz wenigen Bewegungen, der Ellbogen ist wieder schmerzfrei und die Farbpalette an meinem rechten Oberschenkel zeigt eine schoene Blau-Gruen- Auswahl. GLUECK GEHABT! Und- das koennt ihr mir glauben: keinen Meter ohne meine Protektoren!!
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Written on the 23rd day of trip IV - India/Asia/Australia
1'077 Km on the road