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Schule in Indien

Written in India
08/29/2010 by jazz

Und hierbei ist wiederum entscheidend, wie viel Prozent man bei der Abschlussprüfung in der 12. Klasse richtig gehabt hat. Mit 96% stehen die Chancen auf einen Studienplatz als Ärztin in Kerala schlecht- es gibt zu viele mit 99% oder gar 100%. Also wird nach einem ähnlichen Beruf Ausschau gehalten, zum Beispiel Zahnarztgehilfin. *
Die staatliche Schule beginnt morgens um 10 Uhr und ist durchgehend (Mittagstisch) bis ca. 16 Uhr. Dementsprechend wimmelt es um 9 Uhr und ab 16 Uhr von uniformierten Schülern auf den Strassen der Dörfer und Städte! Hunderte von Schülern bahnen sich ihren Weg nach Hause. Zu Fuss oder in Schulbussen oder in Tucktucks. In den Städten nur wenige mit dem Fahrrad, auf dem Land bedeutend mehr. Wer studiert fährt Roller (junge Frauen) oder Mofa (junge Männer). Die Uniformen reichen vom klassischen Anzug mit Krawatte bzw. Faltenjupe und grosser Masche um den Hals bis hin zu ihren traditionellen Kleidung: dann tragen hunderte von Mädchen denselben Sari, die selbe Frisur (lange Zöpfe, wobei das Ende des Zopfes am Haaransatz festgemacht wird und so das Haar zu beiden Seiten des Kopfes jeweils eine bis über die Schulter des Mädchens reichende Zopfschlaufe bildet.), denselben Haarschmuck (von Blumengirlande bis Bändeli). Fast alle Schüler, ob auf dem Land oder in der Stadt, tragen neben dem Schulranzen noch eine Art Handtasche mit, in welcher sich die Verpflegung befindet. Diese Handtasche ist so typisch, dass sie sogar auf den Verkehrsschildern „Achtung Schule/Kinder“ in der Hand des springenden Kindes mit abgebildet ist!
Das geübte Auge erkennt anhand der Schuhe und dem Hosengürtel der Uniform, ob es sich eher um Schüler einer staatlichen oder einer privaten Schule handelt.
Nebenbei: in Indien laufen die Menschen oft auch aus religiösen Gründen barfuss. Es ist also nicht unbedingt ein Zeichen von Armut, ein eindeutiger Anhaltspunkt in einer armen Gegend zu sein, wenn plötzlich alle barfuss laufen. In Indien muss man schon genauer hinschauen- nicht auf die Schuhe, sondern auf die Füsse! Je gepflegter der nackte Fuss, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, nicht in einer armen Gegend sondern nahe eines heiligen Ortes zu sein!
Die Schulhäuser der unteren Klassen befinden sich eher am Dorfrand und sind oft ebenerdige Gebäude mit grossen Pausenplätzen, welche eingemauert sind. Ein grosses Tor gibt Einlass aufs Schulanwesen und genau bei diesem grossen Tor oder in der Nähe davon stehen dann alle Tucktucks, Schulbusse, Motorräder und anderen Taxis sowie die Fahrräder der Kinder. Die Schulhäuser der oberen Klassen, ich tippe so auf 6.Klasse und mehr, sind oft mehrstöckig und haben neben dem eingemauerten Pausenplatz auch einen schulhauseigenen Parkplatz für all die Roller, Mofas und Fahrräder der Schüler. Es sind oft einfache Bauten ohne Glasscheiben in den Fenstern. Der Pausenplatz ist wohl gross, enthält aber egal um was für eine Schule es sich handelt, keine spezifischen Spielgeräte wie Klettertürme, Goals oder ähnliches. Sportanlagen vermisse ich sowieso ganz bei den Schulhäusern (es gibt sie, öffentlich zugänglich ähnlich einer Parkanlage, aber eher selten). Die Kinder, wenn sie Pause haben und vor Unterrichtsbeginn machen hier häufig Gruppenspiele wie Fangen und Verstecken- alles Spiele wofür keine Requisiten gebraucht werden. Bei Knabenschulen kann man manchmal nach dem Unterricht beobachten, wie einige DEM Nationalsport Cricket frönen; mit improvisierter Ausrüstung versteht sich.

Die Studenten haben einen längeren „Schulweg“ als die Schüler bis zur 12. Klasse. Die Universitäten liegen an den Hauptstrassen, oft mehrere Duzend Kilometer von den umliegenden Dörfern und Städten entfernt. Das sind dann ganze Hauskomplexe, ca. 4 stöckig und im Innenhof der hohen Mauern wo ein Wächter am Eisentor steht sind die Schulbusse (à la USA) parkiert, stehen hunderte von Mofas aber keine Fahrräder mehr. Fast jede Uni die wir sahen, ist im Begriff sich baulich zu vergrössern. So wie ich das bis jetzt beobachtet habe, beginnt die Schule etwa ab dem 5. Lebensjahr und ist bis zum Abschluss inkl. Studium nach Geschlechtern getrennt.


Bei John und Sophia haben wir uns oft über die Unterschiede von der Schweiz und Indien unterhalten. Bei dieser Gelegenheit hat mir Sophia erklärt, was ihrer Meinung nach der grosse Unterschied vom Schweizer Kind zum Indischen Kind ist. Dieser Unterschied ist gemäss Sophia ein Resultat von Erziehung und Bildung. In Indien werde ein Kind viel „offener“ (ohne Scheuklappen, mit Rundsicht) erzogen und die Bildung sei viel Allgemeiner und auf ein breiteres Spektrum ausgerichtet. Schliesslich wird das Kind nicht den Beruf erlernen können, den es will, sondern den, welchen es bekommen kann.
Nun zu ihrem Erläuterungsbeispiel:
In einem Zimmer liegt eine Schere auf dem grossen Tisch. Mutter und Kind befinden sich unten in der Wohnstube. Die Indische Mutter sagt zu ihrem Kind: „Bitte hole mir die Schere, sie liegt oben.“ Das indische Kind geht hoch in den oberen Stock und sucht nach der Schere, bis es sie findet und bringt sie der Mutter.
Selbe Situation. Die Schweizer Mutter sagt zu ihrem Kind: „Bitte hole mir die Schere, sie liegt oben auf dem grossen Tisch.“ Das Schweizer Kind fragt, welchen grossen Tisch die Mutter denn genau meine und geht erst hoch, als es die Antwort hat. Oben am Tisch angekommen sieht es die ganzen Näharbeiten der Mutter auf besagtem Tisch liegen und ruft runter: „Wo auf dem Tisch?“ Darauf die Mutter: „Gerade neben der Nähmaschine!“ Das Kind legt den Kopf erst auf die linke dann auf die rechte Schulter, schaut, bewegt sich sonst aber nicht und ruft der Mutter zu: „Da liegt keine Schere!“ Die Mutter kommt nun ebenfalls hoch, hebt den Stoff gleich neben der Nähmaschine hoch und zaubert die Schere hervor.

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Written on the 41st day of trip IV - India/Asia/Australia
2'408 Km on the road


Route in India


 
 
 
 
 

Fotos around that time

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Jazz unterwegs ind den Palani Hills, Tamil Nadu, Indien
Foto taken between Palani and Kodaikanal, India.
Aug 2010
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Philipp geniesst die Sonne auf 1500MüM nahe Kodaikanal, Tamil Nadu, Indien
Foto taken between Palani and Kodaikanal, India.
Aug 2010
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Früchtestand auf 1500MüM, nahe Kodaikanal, Tamil Nadu, Indien
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Aug 2010
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Unser Tipp: Palani - Kodaikanal, der Motorradtraum
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Aug 2010